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Barometer Zusammenhalt In Der Schweiz 2026 2

Barometer zum Zusammenhalt in der Schweiz

Der Feldschlösschen Barometer zum Zusammenhalt in der Schweiz

Was verbindet die Schweiz – und wo zeigen sich Risse im gesellschaftlichen Kitt? Diesen Fragen geht Feldschlösschen seit 2025 gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Sotomo nach. Die zweite Ausgabe des Barometers zum Zusammenhalt zeigt: Der Zusammenhalt steht unter Druck, doch dort, wo sich Menschen persönlich begegnen und austauschen, bleibt er intakt.

Seit der Gründung 1876 in Rheinfelden ist Feldschlösschen in der ganzen Schweiz stark verankert. Als führende Brauerei und grösste Getränkehändlerin des Landes versteht sich Feldschlösschen als wichtiger Akteur, der Menschen zusammenbringt und Begegnungen ermöglicht. Anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums unter dem Motto «Auf das UNS kommt es an» widmet sich der Barometer auch in diesem Jahr den Fragen: Wie stark ist der Zusammenhalt ausgeprägt? Wo entstehen Gräben? Und wie kann die Gemeinschaft gestärkt werden?

Vollständigen Bericht (PDF) von Februar 2026 lesen:

Vollständigen Bericht (PDF) von August 2026 lesen:
"Schweiz blickt nüchtern auf ihre Gründungsgeschichte"

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Erhebung im August 2026:

Gründungsjahr der Schweiz: Bevölkerung setzt auf 1848

Der 1. August steht vor der Tür und mit ihm der Nationalfeiertag, der an die Gründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Jahr 1291 erinnert, als die Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden den historischen Bundesbrief unterzeichneten. Fragt man die Bevölkerung, wann aus ihrer Sicht der Nationalstaat entstanden ist, so verbindet eine Mehrheit (52 %) die Entstehung ihres Nationalstaats mit 1848, dem Gründungsjahr des modernen Bundesstaats mit seiner ersten demokratischen Verfassung (Abbildung 1). Nur ein Fünftel (21 %) sieht den Gründungsmoment im Jahr 1291. Was die Staatsgründung angeht, zeigt die Schweizer Bevölkerung also einen faktenorientierten Blick auf die eigene Geschichte.

Wilhelm Tell ist für die Mehrheit ein Mythos

Das nüchterne Verhältnis zum Gründungsmoment zeigt sich auch bei einer zentralen Symbolfigur: Wilhelm Tell. Dieser ist eng mit den Gründungserzählungen der Schweiz verknüpft und wird an der Bundesfeier vielerorts aufgeführt. Für eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ist Tell primär eine Erzählung – entweder als Sagengestalt (37 %) oder als Schiller-Figur (28 %, Abbildung 2). Nur gut ein Viertel (27 %) sieht in ihm den Freiheitskämpfer gegen die Habsburger und lediglich fünf Prozent den Begründer der Eidgenossenschaft.

Die Gräben von früher scheinen heute vergessen

Fragt man nach den gefährlichsten historischen Konfliktlinien in der Schweiz, fallen die Antworten weniger nüchtern aus – und verraten viel über die Gegenwart. Am häufigsten genannt werden der Klassenkampf zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum (28 %) sowie der Stadt-Land-Gegensatz (25 %, Abbildung 4). Hingegen landet der Konfessionsstreit zwischen Katholiken und Reformierten, der 1847 tatsächlich eine gefährliche Bruchlinie der Schweiz war und sogar zum Bürgerkrieg führte, mit 18 Prozent nur auf dem dritten Platz. Auch der Sprachenstreit, der während des Ersten Weltkriegs den Zusammenhalt der Schweiz erschütterte, wird nur von 13 Prozent der Bevölkerung genannt. Doch diese tiefgreifenden historischen Gräben scheinen in der kollektiven Erinnerung etwas verblasst. Stattdessen wird jenen Kluften historisch die grösste Bedeutung zugeschrieben, die heute die Debatte prägen.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Erhebung im Februar 2026:

Bedeutung des Zusammenhalts

Zusammenhalt ist für die Schweizer Bevölkerung ein unverzichtbarer Wert. Nur vier Prozent der Befragten empfinden ihn als unwichtig. Allerdings gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, was Zusammenhalt bedeutet: Solidarität, gemeinsame Regeln und nationale Identifikation sind zentrale Aspekte, die je nach politischer Ausrichtung variieren.

Wahrnehmung des Zusammenhalts

Zwei Drittel der Bevölkerung bewerten den Zusammenhalt als (eher) schwach. Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede zwischen politischen Lagern, sozialen Schichten und zwischen Ansässigen und Zugewanderten. Während Männer und Frauen sich als verbunden empfinden, sehen sozial schlechter Gestellte den Zusammenhalt kritischer.

Begegnungsorte: Stadt-Land-Gefälle bei der Gastronomie

In grösseren Städten bewerten rund zwei Drittel der Befragten das gastronomische Angebot als gut oder sehr gut. Auf dem Land ist es nur rund ein Drittel. Diese Unzufriedenheit spiegelt das sogenannte «Gastro-Sterben» wider: Viele kleine Restaurants und Beizen in ländlichen Regionen kämpfen ums Überleben.

Der Befund ist bedeutsam: Wer mit den Begegnungsorten in seinem Wohnort unzufrieden ist, nimmt auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt kritischer wahr.

Gemeinschaftsgefühl

Die allermeisten Befragten sind mit der Grösse ihres Freundeskreises zufrieden und können sich auf Personen in ihrem Umfeld verlassen. Das allgemeine Gefühl der Gemeinschaft ist somit stark, beschränkt sich aber oft auf das private Umfeld. Ein Grund dafür ist der Rückgang öffentlicher Begegnungsorte, da das Zusammenkommen bspw. in der Gastronomie oder an Veranstaltungen als wichtige Grundlage des Zusammenhalts gesehen wird.

Das Milizsystem: Wichtig für den Zusammenhalt

Dem Milizsystem wird eine bedeutende Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zugeschrieben. Rund vier von fünf Befragten halten es für wichtig oder eher wichtig. Diese Einschätzung zieht sich durch die gesamte Gesellschaft – besonders ausgeprägt ist sie bei älteren Personen, auf dem Land und in der Deutschschweiz.

Allerdings zeigt sich auch: Rund ein Viertel der Befragten gibt an, dass ihr Hauptberuf ein ehrenamtliches Engagement nicht ermöglicht oder erschwert.

Unser Partner Sotomo

Sotomo ist ein Schweizer Forschungsinstitut für politische und gesellschaftliche Meinungsbefragungen und räumliche Analysen mit Sitz in Zürich.

www.sotomo.ch

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

uko@fgg.ch